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Mensch:Instrument

 

Als Musiker komme ich nicht umhin, alles irgendwie aus dem Blickwinkel der Musik zu betrachten.

Instrumente können verstimmt sein - wie wir selbst.

Instrumente bedürfen einem gewissen Maß an Pflege - wie wir selbst.

Man muss lernen, mit einem Instrument umzugehen - genau wie wir mit uns selbst (meine kleine, geliebte Tochter zeigt mir das Tag für Tag)

Manchmal ist ein Instrument etwas „bockig“ - wie wir.

Manchmal, wenn das Instrument nicht so tut wie wir wollen, machen wir ihm Vorwürfe - wie wir uns selbst.

Manchmal muss ein Instrument zum Service - genauso wie wir, wenn wir zum Beispiel zum Zahnarzt müssen.

Bei „nicht-artgerechter Haltung“ geht ein Instrument im schlimmsten Fall kaputt - wie wir.

 

Worin genau besteht der Unterschied zwischen einem Instrument und einem Menschen?

 

Instrument kommt vom lateinischen Wort instrumentum und bedeutet so viel wie Werkzeug.

Sind wir selbst nicht auch unser Werkzeug? Verlangen wir nicht von uns, so zu funktionieren, wie wir funktionieren wollen - oder müssen? Verlangen wir von unserem Körper, unserem Geist und unserer Seele nicht auch, unser Werkzeug zu sein?

Und jetzt kommt die Frage: Was tun wir eigentlich, damit diese Werkzeuge so richtig gut funktionieren? Kümmern wir uns um unseren Geist, unsere Seele und unseren Körper?

 

Achten wir darauf, gestimmt zu sein?

Pflegen wir uns gedanklich und seelisch wirklich gut genug? (Von der Körperpflege wollen wir hier mal ausgehen … ;)

Lernen wir, wirklich optimal mit unserem Geist und unserer Seele umzugehen?

Haben wir Strategien, wie wir aus einem Tief herauskommen, wenn wir „bockig“ oder schlecht drauf sind?

Servicieren wir unseren Geist und unsere Seele zumindest genauso oft wie unser Instrument, unseren Wagen oder ein sonstiges Werkzeug?

 

Achten wir darauf, was „wir in uns hineinspielen“, den ganzen lieben Tag lang?